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Aug
23

Nelly Korda – der neue Stern am Golfhimmel

Vor einigen Jahren noch war Sie nur als „die kleine Schwester von Jessica Korda“ oder „die Tochter von Petr Korda“ bekannt. Heute hat sich die kleine Schwester ihren eigenen Namen gemacht. Nelly Korda hat sich bis an die Weltspitze vorgearbeitet und den anderen Mitgliedern ihrer sportlichen Familie inzwischen den Rang abgelaufen.

Es wird gesagt, dass das Umfeld und die Umgebung der wichtigste Faktor für den Erfolg im Sport sind. Also wie sieht es hier aus?

Ein Vater, der die Australian Open in Tennis gewonnen und auf Platz 2 der Weltrangliste gestanden hat. Eine Mutter, die die Tschechoslowakei bei den Olympischen Spielen 1988 vertreten und Platz 26 auf der Weltrangliste erreicht hat. Eine fünf Jahre ältere Schwester, die sechs Titel bei der LPGA Tour erlangt hat. Ein etwas jüngerer Bruder, der bereits seinen ersten Titel bei der ATP Tour in Tennis gewonnen hat.

Umfeld? Umfeld.
Nelly Korda, 23, lacht ins Mikrofon.
„Man könnte schön sagen, dass ich beim Aufwachsen viel Kontakt zu Sport hatte.“

Auch wenn fünf von fünf Korda-Familienmitgliedern die Sportwelt in den letzten Jahrzehnten nachhaltig geprägt haben, ist Nelly schon heute der hellste Stern am Himmel. Sie hat 6 Titel auf Tour gewonnen, ihren ersten Solheim Cup ungeschlagen bestritten und diesen Sommer durch ihren Sieg beim Women’s PGA Championship ihren ersten Titel bei einem Major gewonnen. Mit nur 23 Jahren ist sie jetzt auf Platz 1 der Weltrangliste.

Doch noch vor wenigen Jahren wurde sie immer als „kleine Schwester von Jessica Korda“ vorgestellt.

„Wenn man mit einem solchen Eifer im Sport ist wie ich, ist es sehr hilfreich, in einer Familie aufzuwachsen, in der man immer Unterstützung findet. Auch wenn ich bisher mehr Höhen als Tiefen erleben durfte, ist eine Sportkarriere ein wenig wie eine Achterbahnfahrt, und wenn Familienmitglieder bereits großen Erfolg hatten, weiß man natürlich auch, dass man selbst es auch schaffen kann.“

Wie sehr hilft es, eine große Schwester zu haben, die auch eine erfolgreiche Spielerin ist?

„Es ist fantastisch, nicht zuletzt, weil wir zusammen reisen und Zeit miteinander verbringen können. Sie hat ein Herz aus Gold und mir sehr dabei geholfen, mich an das Leben auf Tour zu gewöhnen.“

Ihr Vater Petr Korda zählte lange Zeit zu den besten Tennisspielern der Welt. Was haben Sie von ihm gelernt?

„Ich lerne noch immer von ihm, und zwar ständig. Er weiß, wie man einen guten Plan aufstellt und wie man auf seinen Körper achtet. Er passt darauf auf, dass wir uns nicht verausgaben. Außerdem ist er gut darin, uns zu beruhigen.

Früher war er auch ein ziemlich guter Golfer. Spielt er noch?

„Dad war wirklich gut. Er wurde richtig gut und hat dann praktisch aufgehört mit dem Spielen. Aber ich spiele manchmal ein paar Runden mit ihm und irgendwie sind wir am Ende immer gleichauf. Ich weiß nicht, wie er das macht.

Es ist Ende Mai, die US Women’s Open beim traditionellen Olympic Club in San Francisco nahen und die meisten weltbesten Spielerinnen bereiten sich im neuen Matchplay-Turnier in Las Vegas darauf vor.

Aber ein bekannter Name fehlt auf der Liste.
Nelly Korda.
Sie entschied sich gegen diesen lukrativen Tour-Stopp und versuchte, ihre Chance auf den Sieg beim weltgrößten Turnier anderweitig zu erhöhen. Das ist eine ungewöhnliche Wahl in der Damen-Tour, bei der die meisten Spielerinnen an praktisch jedem Wettkampf teilnehmen.

Aber das verrät uns viel über Nelly Korda.

Trotz ihres jungen Alters hat sie bereits erkannt, dass eine Golfkarriere an der Anzahl der gewonnen Majors und nicht am verdienten Geld oder gewöhnlichen Turniertiteln gemessen wird.

„Weil ich die amerikanische Golferin mit dem höchsten Rang bin, wird natürlich bei den US Open viel von mir erwartet, aber ich versuche, nicht zu viel darüber nachzudenken“, berichtet sie dem Dormy Magasin.

Warum sind die US Open etwas Besonderes?

„Alle Majors sind etwas Besonderes. Aber die US Open haben einen besonderen Reiz für mich, weil sie das erste Major-Turnier waren, bei dem spielte, als ich erst 14 Jahre alt war. Deshalb haben sie einen besonderen Platz in meinem Herzen.“

Doch das diesjährige Turnier beim Olympic Club begann mit einem unerwarteten Fiasko.

Korda verpatzte ihren Abschlag vom Tee, hatte lange im harten Rough zu kämpfen und ihre siebte Turnierteilnahme endete nach nur 36 Löchern.

Aber nur wenige Wochen später wendete sich das Blatt.

Zuerst gewann sie den Major Classic bei der LPGA Tour und errang ihren fünften Sieg. In der folgenden Woche spielte sie hervorragend im Women’s PGA Championship beim Atlanta Athletic Club und gewann den ersten Major-Titel ihrer Karriere drei Schläge vor der Amerikanerin Lizette Salas – der einzigen Spielerin, die sich überhaupt mit ihr messen konnte.

Mit diesem Sieg löste sie die Südkoreanerin Jin Young Ko vom ersten Platz der Weltrangliste ab.

„Es fühlt sich wirklich fantastisch an. Es ist noch nicht richtig bei mir angekommen, und als Sportlerin möchte man immer noch mehr erreichen und sich neue Ziele setzen. Aber in diesem Fall werde ich erst einmal zur Ruhe kommen und den Sieg genießen“, fügt sie hinzu.

Der Trainer des schwedischen Nationalteams, Patrik Jonsson, ist von ihrem Spiel beeindruckt:

„Sie ist einer von wenigen jungen Superstars, die eine neue Ära des Damen-Golf einleiten werden – mit Power, Wetteifer und einem wundervollen Spielverständnis.“ Nelly ist genau das, was Damen-Golf braucht – ein junger amerikanischer Weltstar. Sie hat jetzt einen Major gewonnen, aber es werden noch mehr werden.

Es war ein aufregender Moment, als der Starter die Namen der Spielerinnen dieses Jahr im Januar beim ersten Loch vom Diamond Resort ankündigte. Nach 13 Jahren Abwesenheit von der LPGA stand Annika Sörenstam wieder auf dem Golfplatz.

Zugegebenermaßen nur als Celebrity bei diesem Turnier und nicht unter den Profis (das echte kompetitive Comeback würde einen Monat darauf folgen).

Ihre Spielpartnerin?
Die 28 Jahre jüngere Nelly Korda.
Und zugleich wurde ein Jugendtraum wahr.
„Das war wirklich cool. Ich kann mich noch daran erinnern, als sie vom Fairway aus einlochte und damit einen Eagle beim finalen Loch in ihren letzten US Open 2008 erreichte. Annika Sörenstam ist wirklich die beste Golferin aller Zeiten und ich hätte niemals gedacht, einmal mit ihr spielen zu dürfen.“

Aber die Runde zeigte auch, wie die Zeit vergangen ist – es war zu erleben, wie zeitlose Eleganz auf kräftige und moderne Schwungtechnik traf.

In den letzten Jahren haben die Distanzen bei der Damen-Tour deutlich zugenommen und das Spiel könnte kurz vor einer ähnlichen Revolution stehen, wie sie sich beim Herren-Golf bereits ereignet hat. Gerade gibt es vier Spielerinnen jenseits der 280-Yard-Marke im Durchschnitt und viele andere investieren Zeit und Energie in weite Schläge. Nelly Korda ist eine der Spielerinnen, die diese Revolution antreiben.

„Sie beherrscht eine saubere Technik mit dem Potenzial für eine hohe Ballgeschwindigkeit. Der Schwung wirkt natürlich und lässt wenig Raum für Fehler. Deshalb landet sie jede Woche im oberen Bereich der Ergebnisliste“, sagt Patrik Jonsson.



„Bei der PGA Tour geht es schon lange um einen kräftigen Schlag und die LPGA bewegt sich in diese Richtung, aber das Ende dieser Entwicklung ist noch nicht erreicht. Die Golfplätze sind immer noch kurz und einfach angelegt. Die Majors sind dabei eine Ausnahme, deshalb sind Spielerinnen mit einem weiten Schlag hier definitiv im Vorteil. Also ich hätte nichts dagegen, sogar noch längere Golfplätze zu sehen. Haltet euch nicht zurück“, sagt Nelly Korda und lacht.

Das hat wahrscheinlich dazu beigetragen, dass die Damen-Tour heute beliebter als jemals zuvor ist. Welche weiteren Gründe gibt es für die wachsende Beliebtheit von Damen-Golf?

„Ich glaube, dass der Damensport generell mehr Aufmerksamkeit erhält. Und ich muss auch unseren Tourmanager Mike Whan erwähnen, der gerade leider aufhört, aber einen fantastischen Beitrag dazu geleistet hat, mehr Interesse zu wecken. Er hatte ein Mantra für uns Spielerinnen: ‚Lasst die Tour in einem besseren Zustand als bei eurer Ankunft zurück.‘ Das finde ich super!“

Wie fühlt es sich an, diese Veränderung hautnah mitzuerleben?

„Absolut aufregend. Es bedeutet mir wahnsinnig viel, andere inspirieren zu können, und dafür spiele ich Golf.“

Sie hören sich nicht wie eine 23-Jährige an, wenn Sie das sagen …

„Haha, ich weiß, ich höre mich manchmal viel älter an. Es fühlt sich komisch an, aber ich musste schneller erwachsen werden als andere, weil ich manchen als Vorbild diene und andere zu mir aufblicken. Deshalb muss ich mich gut benehmen und richtig verhalten.“

Dieses Jahr hat sich auch Ihr Stil auf dem Golfplatz verändert, weil Sie einen neuen Vertrag bei der schwedischen Modemarke J.Lindeberg unterzeichnet haben. Wie kam es dazu?

„Ich bin in Europa aufgewachsen, deshalb hatte ich das Unternehmen schon lange auf dem Schirm und nutzte die gebotene Gelegenheit. Ich finde die Kleidung sportlich, aber trotzdem stilvoll. Sie ist perfekt für mich. Außerdem ist sie auch bequem.“

Was interessiert Sie bei der Kleidung, die Sie auf dem Golfplatz tragen?

„Ich möchte warme Kleidung, weil mir immer kalt ist! Deshalb ist es wahrscheinlich gut, dass JL auch Skibekleidung macht. Ich lasse mir immer ein wenig Zeit, wenn ich meine Outfits auswähle, und ich habe schon von vielen Leuten gehört, dass mir JL steht. Solche Komplimente weiß ich zu schätzen.“

Der Solheim Cup 2019 bei Gleneagles in Schottland war das letzte Kapitel in der langen Karriere der Norwegerin Suzann Pettersen.

Als Tour-Spielerin.

Aber vor allem als treibende Kraft des oft besiegten europäischen Teams. Als sie auf dem letzten Loch den Birdie-Putt gegen Marina Alex versenkte, sicherte sie damit Europa einen unerwarteten Sieg. Das war in den Augen von Suzann Pettersen der perfekte Abschied aus dem Sport – der Putt war wahrscheinlich ihr letzter Schlag in einem Wettbewerb.

In der gleichen Woche nahm eine andere Karriere ihren Anfang im Solheim Cup.

Nelly Korda legte ein phänomenales Debüt hin und bestritt ihre vier Matches ungeschlagen. In den Singles besiegte sie die Schwedin Caroline Hedwall 2/0 und leistete damit einen Beitrag dazu, dass die USA auf fremden Territorium beinahe einen Sieg erringen konnten.

Und im Herbst kommt die Revanche.

„Das wird super. Gleneagles war fantastisch und es hat viel Spaß gemacht, zusammen mit meiner Schwester in den Doubles zu spielen.“

Sie hatten ein wirklich gutes Debüt. Wie haben Sie diese Woche in Erinnerung behalten?

„Wir haben wirklich gut gespielt, also war es keine völlige Enttäuschung. Wir konnten erhobenen Hauptes abziehen, und obwohl wir verloren haben, war es ein tolles Erlebnis.“

Natürlich sind die USA immer der große Favorit, aber am Ende scheint es doch immer knapp zu werden – woran liegt das?

„Die tolle Atmosphäre unterstützt die Spielerinnen und Teams im Spiel. Match Play ist völlig anders, verschiedene Stärken gleichen sich aus und bestimmte Spielerinnen können sich durchsetzen. Zum Beispiel meine Schwester Jessica.“

Sie können damit rechnen, die Schwestern zusammen in Ohio zu sehen – und ohne Zweifel auch als erfolgreiches Paar in zukünftigen Majors.

In den kommenden Jahren können wir uns mit Sicherheit auf einige fantastische Familienwettkämpfe freuen.

Mit Jessica Korda.
Und mit der „kleinen Schwester von Jessica Korda“.

FAKTEN ZU NELLY KORDA

Alter: 23 Jahre.

Wohnort: Bradenton, Florida.

Familie: Vater Petr Korda, Mutter Regina Rajchrtová, Schwester Jessica Korda, Bruder Sebastian Korda.

Erfolgsbilanz: Sechs Titel auf der LPGA Tour, drei davon im Jahr 2021. Ein Major-Titel, Women’s PGA Championship 2021.

Aktuell: Neue Nummer eins der Weltrangliste.

Tobias Bergman