
Finde deinen Fairway-Finder
Rechts der Fairway wartet dichter Wald, links lauert ein großes Wasserhindernis. Driver und Eisen haben ihren Platz – doch hier geht es darum, den Ball mit guter Länge und hoher Präzision sicher ins Spiel zu bringen. Zu welchem Schläger greifst du, wenn du unbedingt das Fairway treffen oder einen sicheren Transportschlag spielen musst?
Viele von uns sind sich einig: Der Drive ist der schönste Schlag im Golf. Es hat etwas Besonderes, den Ball aufzuteen, den größten Schläger aus dem Bag zu ziehen und mit voller Überzeugung durchzuschwingen – nur um den Ball perfekt mittig auf dem Fairway landen zu sehen.
Zumindest in unseren Träumen.
Denn der Driver ist gleichzeitig auch der Schläger, der sich wegen seines geringen Lofts und des langen Schafts am schwierigsten kontrollieren lässt. Deshalb ist es manchmal die bessere Wahl, einen anderen Schläger zu nehmen – entweder um den Ball sicher ins Spiel zu bringen oder einen kontrollierten Transportschlag vom Fairway zu spielen.
Doch welcher Schläger ist die beste Wahl?
Werfen wir einen Blick auf die Schläger, die im Bag direkt oberhalb deines Eisensatzes ihren Platz haben. Für manche ist das ein Fairwayholz, für andere ein Hybrid, während einige lieber zu einem Utility greifen.
Sowohl bei Profis als auch bei Freizeitgolfern unterscheiden sich die Bags deutlich. Deshalb haben wir drei Golfer mit unterschiedlichem Handicap Hybrid, Utility und ein 7er-Fairwayholz testen lassen, um herauszufinden, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Schlägertypen bieten.
Schauen wir zunächst einen Moment zurück. Rund um die Jahrtausendwende hatten viele Golfer noch ein 2er- und 3er-Eisen im Bag – oft klassische Blade-Modelle. Sie wurden auch häufig als Abschläger verwendet. Heute sieht das anders aus. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Siegeszug der Hybride. Sie erleichtern einen hohen Ballflug und verzeihen deutlich mehr Fehler – besonders bei Spielern mit etwas geringerer Schwunggeschwindigkeit. Die klassischen langen Eisen wurden heute weitgehend durch Utility-Eisen ersetzt. Im Grunde verfolgen sie dasselbe Konzept, verfügen aber über eine breitere Sohle, einen längeren Schlägerkopf und meist einen Graphitschaft, wodurch sie deutlich leichter zu spielen sind.
Dann gibt es noch die Fairwayhölzer mit höherem Loft. Eigentlich waren sie nie weg, wurden aber eine Zeit lang etwas übersehen. Viele Profis und gute Amateure spielen problemlos ein 3er-Holz, während sich immer mehr Freizeitgolfer für ein 5er-Holz entscheiden. Für diesen Test haben wir jedoch ein 7er-Holz gewählt. Dieser Schläger erlebt seit einigen Jahren ein echtes Comeback. Spieler wie Adam Scott, Jason Day und zuletzt Ludvig Åberg setzen darauf. Åberg experimentierte zuvor mit Hybrid und Utility, scheint inzwischen aber mit einem 7er-Holz seinen Platz gefunden zu haben. Auch Ryder-Cup-Spieler Max Homa und der Schwede David Lingmerth wurden bereits mit einem 9er-Holz gesehen. Die Auswahl ist also groß – und ein richtig oder falsch gibt es nicht. Entscheidend ist, dass du den Schläger findest, dem du vertraust, wenn es darauf ankommt.
TEST – Welcher Schläger ist vom Tee am sichersten?
Victor, Fanny und Sebastian testeten ein Hybrid, ein 7er-Fairwayholz und ein Utility-Eisen. Alle Schläger hatten 21 Grad Loft und Schäfte, die auf die jeweilige Schwunggeschwindigkeit abgestimmt waren. Jeder Spieler schlug mit jedem Schläger zehn Bälle vom Boden, um einen möglichst fairen Vergleich zu ermöglichen. Verwendet wurden das Callaway Paradym Ai Smoke (Hybrid), das Titleist TSR2 (7er-Fairwayholz) und das Wilson Staff Model (Utility-Eisen). Der Test wurde mit einem TrackMan 4 durchgeführt und von Dormys Custom-Fitting-Experten Didrik Hamrén aus Örebro begleitet.

Didrik Hamrén, Dormy Örebro

Victor – Hcp 5,6
Welcher Schlägertyp hat dir am besten gefallen?
– Das Utility. Ich hätte es wahrscheinlich noch besser gefunden, wenn wir vom Tee geschlagen hätten. Mit diesem Schläger fühle ich mich schon seit Längerem sicher.
Und welcher hat dir weniger zugesagt?
– Das 7er-Fairwayholz. Ich hatte so einen Schläger vorher eigentlich noch nie gespielt. Er war leicht zu schlagen und hat gut funktioniert, aber ich habe mich damit noch nicht ganz wohlgefühlt. Das lag wahrscheinlich vor allem daran, dass er für mich neu war.
Welcher Schläger ist aktuell dein Fairway-Finder?
– Ich spiele ein Callaway Epic 3er-Eisen, das schon seit mehreren Jahren in meinem Bag ist. Auf den Schläger kann ich mich in fast jeder Situation verlassen.
Kommentar des Experten
“Victor ist spielstark genug, um alle drei Schläger sehr gut zu beherrschen. Das 7er-Fairwayholz war zwar nicht der längste Schläger, lieferte aber sehr konstante Ergebnisse. Außerdem erzeugte es den höchsten Ballflug und den meisten Spin, wodurch Annäherungsschläge weicher landen und schneller auf dem Grün stoppen. Das Hybrid würde ich bei ihm eher weglassen, da Victor von Natur aus einen Draw spielt und das Hybrid diese Tendenz noch verstärkt hat. Mit dem Utility war der Ballflug flacher und der Ball rollte nach der Landung etwas weiter aus – ideal für Abschläge. Dass Victor bereits viel Erfahrung mit einem Utility hat, zeigte sich deutlich an seinem konstanten Ballkontakt.”
FW7
Hybrid
Utility

FW7
Hybrid
Utility
Fanny – Hcp 10,5
Welcher Schlägertyp hat dir am besten gefallen?
– Das Ergebnis spricht eigentlich für sich. Mit dem 7er-Fairwayholz hatte ich ganz klar die beste Kontrolle. Ich konnte meinen Schwung nach und nach anpassen, um Ballkontakt und Flugbahn zu optimieren. Das war vor allem mit dem Utility deutlich schwieriger.
Und welcher hat dir weniger zugesagt?
– Mit dem Utility hatte ich große Probleme, den Ball sauber zu treffen. Mir gelangen vielleicht ein oder zwei gute Schläge, ansonsten fiel es mir schwer, den Ball richtig in die Luft zu bekommen. Zuerst dachte ich, es wäre Kopfsache, aber wenn ich die Ergebnisse der anderen sehe, ist der Schläger einfach anspruchsvoller.
Welcher Schläger ist aktuell dein Fairway-Finder?
– Ich spiele ein Titleist TSi2 Hybrid mit 21 Grad Loft, das ich richtig gerne mag. Es ist fehlerverzeihend, lang und findet selbst aus dem Rough zuverlässig das Fairway. Außerdem habe ich noch ein 5er-Fairwayholz im Bag, das ich aber seltener nutze.
Kommentar des Experten
“Das Utility scheidet hier als Erstes aus. Es erzeugte nicht die nötige Flughöhe für optimale Werte. Das hängt zum Teil mit der Schwunggeschwindigkeit zusammen, aber sicher auch mit der fehlenden Gewöhnung an diesen Schläger. Hybrid und 7er-Fairwayholz funktionierten deutlich besser, wobei das 7er-Holz bei der Länge klar vorne lag. Mehr Masse hinter dem Ball erleichtert den hohen Ballstart, und der längere Schaft erhöht die Schlägerkopfgeschwindigkeit. Ein 7er-Fairwayholz würde hervorragend in Fannys Bag passen. Ist zusätzlich Platz für ein Hybrid, würde ich beides empfehlen. So deckt sie unterschiedliche Distanzen ab, und das Hybrid ist aus höherem Rough etwas fehlerverzeihender.”

Sebastian – Hcp 20,2
Welcher Schlägertyp hat dir am besten gefallen?
– Das 7er-Fairwayholz war für mich eine echte positive Überraschung. Es war sowohl der längste als auch der geradeste Schläger und fühlte sich deshalb am besten an.
Und welcher hat dir weniger zugesagt?
– Das Utility. Der Ballflug war viel zu flach, und ich hatte Schwierigkeiten, den Ball sauber zu treffen. Ich spiele noch nicht lange Golf, deshalb war dieser Schläger für mich im Moment einfach zu anspruchsvoll.
Welcher Schläger ist aktuell dein Fairway-Finder?
– Gute Frage. Bisher habe ich ein Hybrid gespielt, aber nach diesem Test denke ich, dass ich meine Schlägerwahl noch einmal überdenken sollte.
Kommentar des Experten
“Hier gab es einen klaren Sieger: das 7er-Fairwayholz. Sebastian kämpft – wie viele andere Golfer – mit einem Slice. Bei der Länge lagen Hybrid und 7er-Holz relativ nah beieinander, doch das 7er-Holz war deutlich gerader. Der etwas größere Schlägerkopf machte es für Sebastian einfacher, den Ball zu kontrollieren, die Streuung zu verringern und häufiger das Fairway zu treffen. Durch den größeren Schlägerkopf liegt der Schwerpunkt weiter hinten, wodurch der Schläger fehlerverzeihender wird. Deshalb konnten wir geradere Schläge mit weniger Seitenspin beobachten. Das Utility war für Sebastian zu anspruchsvoll, und er hatte Schwierigkeiten, das Schlägerblatt im Treffmoment zu schließen.”
FW7
Hybrid
Utility

Das Fazit des Experten
Welche Eindrücke hast du nach dem Test? Entsprachen die Ergebnisse deinen Erwartungen?
– Ich war ehrlich gesagt etwas überrascht, dass alle Handicap-Gruppen mit demselben Schläger die besten Ergebnisse erzielt haben. Ich hatte erwartet, dass Hybrid und 7er-Fairwayholz deutlich näher beieinanderliegen würden. Nach diesem Test können wir das 7er-Fairwayholz aber guten Gewissens zum Gesamtsieger erklären.
Du hast schon viele Custom Fittings begleitet. Für welchen Schlägertyp entscheiden sich die meisten Kunden?
– Das ist sehr unterschiedlich. Die meisten greifen am Ende zu dem Schlägertyp, den sie bereits kennen und mit dem sie sich wohlfühlen. Fairwayhölzer mit höherem Loft werden allerdings immer beliebter – nicht zuletzt, weil man sie inzwischen auch häufig bei den Profis sieht.
Welchen Schläger sollten sich aus deiner Sicht mehr Golfer ansehen?
– Ganz klar Fairwayhölzer mit höherem Loft. Sie sind sehr leicht zu spielen und aus vielen verschiedenen Lagen einsetzbar. Sie eignen sich hervorragend als Abschläger und für sichere Transportschläge, funktionieren aber auch hervorragend bei Schlägen ins Grün, da der hohe Ballflug dafür sorgt, dass der Ball weicher landet und schneller liegen bleibt. Wer sich unsicher ist, welche Schläger am besten passen, sollte eine Bag-Optimierung im nächstgelegenen Dormy-Store buchen. Gemeinsam schauen wir uns das gesamte Bag an, prüfen mögliche Distanzlücken und stellen sicher, dass jeder Schläger eine klare Aufgabe erfüllt.